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im Rheinland

News vom 30. Oktober 2015, aktualisiert am 3. Mai 2017

Sauberkeit als Kulturgutschutz in rheinischen Archiven

Hygiene-Projekt des LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrums wird fortgesetzt

Unter dem Motto „Hygiene im Archiv“ verteilt das LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum (LVR-AFZ) Hygiene-Sets als Dauerleihgabe an ausgewählte rheinische Kommunalarchive. Sie nutzen als Kooperationspartner des LVR-AFZ die Sets selbst und halten sie für die nichtstaatlichen Archive ihrer Umgebung zur Leihe bereit.

Hygiene-Sets erhielten am 13.03.2017 das Stadtarchiv Krefeld, am 22.03.2017 das Stadtarchiv Solingen, am 23.03.2017 das Stadtarchiv Oberhausen und am 27.04.2017 das Stadtarchiv Essen. Weitere Sets werden im Mai und Juni den Kreisarchiven im Rheinkreis Neuss und im Kreis Heinsberg sowie den Stadtarchiven Bonn, Dinslaken, Mülheim/Ruhr und Mönchengladbach übergeben.

Diese zehn Hygiene-Sets konnten wiederum mit finanzieller Unterstützung der Koordinierungsstelle zur Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) bei der Stiftung Preußischer Kulturbesitz beschafft werden. Sie wurden und werden nun ergänzend zu den zehn Sets des ersten Projektabschnitts verteilt. Der Wert der Hygiene-Sets liegt bei insgesamt 15.000 Euro. Die Sets bestehen jeweils aus einem HEPA-Spezialstaubsauger und einem HEPASilent-Luftreiniger. Damit wird schriftliches Kulturgut gereinigt und werden Schäden infolge mangelnder Sauberkeit verhindert.

Am 4. November erhielt das Kreisarchiv Siegburg als erstes rheinisches Kommunalarchiv vom LVR-AFZ ein Hygiene-Set. Dr. Claudia Kauertz, Leiterin der Archivberatungsstelle im LVR-AFZ, und Markus Vieten, Werkstatt für Papierrestaurierung im LVR-AFZ, übergaben das Set an Landrat Sebastian Schuster, Thomas Wagner, Dezernent für Schule und Bildungskoordinierung, Kultur und Sport, Archiv, Jugend und Psychologische Beratungsdienste, und Dr. Claudia Arndt, Leiterin des Kreisarchivs.

Weitere Hygiene-Sets übergaben Dr. Claudia Kauertz, Dr. Michael Habersack, Gebietsreferent des LVR-AFZ, Volker Hingst, Leiter der Werkstatt für Papierrestaurierung, und Restaurator Markus Vieten am 24. November 2015 an das Kreisarchiv Euskirchen, am 18. Dezember an das Stadtarchiv Aachen, am 3. Februar 2016 an das Kreisarchiv Viersen, am 18. April an das Stadtarchiv Kerpen, am 19. Mai 2016 das Stadtarchiv Bergisch Gladbach, am 24. Mai an das Stadtarchiv Duisburg und am 25. Mai an das Stadtarchiv Wuppertal sowie an das Stadtarchiv Kleve und das Kreisarchiv Mettmann.

Schäden am Kulturgut können verschiedene Ursachen haben. Eine wichtige Schadensquelle ist die mangelnde Sauberkeit der Magazinräume, die der Aufbewahrung der wertvollen Überlieferung dienen. In Verbindung mit dem Raumklima ist die Hygiene in Archiven ein wesentlicher Aspekt nicht nur für den Erhalt des einzigartigen Kulturguts, sondern auch für die Gesundheit der Beschäftigten. Hygiene-Defizite führen zu Verschmutzungen durch Staub und bilden damit die Grundlage für die Ansiedlung und Vermehrung von Schimmelpilzen, Hefen, Bakterien, Viren und Milben. Darüber hinaus wird Feuchtigkeit gebunden, die endogene Zerfallsfaktoren begünstigt. Der Magazinhygiene kommt daher für die dauerhafte Kulturgutsicherung eine Schlüsselfunktion als elementare Maßnahme der Schadensprävention zu.

Ziel muss es deshalb sein, zur Verbesserung und kontinuierlichen Aufrechterhaltung der Hygiene in rheinischen Archiven beizutragen. Das Hygiene-Set ist dafür ein wichtiges Instrument. Die Verteilung der Sets wird von regionalen Workshops über die Bedeutung von Sauberkeit für die Bewahrung des kulturellen Erbes begleitet.


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