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„Archive im Rechtsstaat. Zwischen Rechtssicherung und Verrechtlichung“ Tagungsband zum 51. Rheinischen Archivtag in Essen erschienen

„Archive im Rechtsstaat. Zwischen Rechtssicherung und Verrechtlichung“

Tagungsband zum 51. Rheinischen Archivtag in Essen erschienen

Rechtzeitig vor dem diesjährigen 52. Rheinischen Archivtag am 12. und 13. Juli 2018 in Frechen erscheint der Tagungsband des letzten Rheinischen Archivtags. Unter dem Titel „Archive im Rechtsstaat. Zwischen Rechtssicherung und Verrechtlichung“ fand er am 6. und 7. Juli 2017 im Haus der Essener Geschichte/ Stadtarchiv Essen statt.

Die Tagung befasste sich mit der seit einigen Jahren gestiegenen Notwendigkeit der Archive, sich mit rechtlichen Fragen außerhalb der Archivgesetze auseinanderzusetzen, denen man in der Vergangenheit weniger Bedeutung beigemessen hat. Die Bestimmungen des Urheberrechts und das allgemeine Persönlichkeitsrecht sind älter als jedes deutsche Archivgesetz, und doch spielten sie noch vor wenigen Jahren kaum eine Rolle im Archivalltag. Der Grund für die größere praktische Bedeutung „des Rechts“ in den Archiven ist daher weniger in einer vermeintlichen Flut neuer Gesetze oder geänderter Bestimmungen zu suchen, die den Archivarinnen und Archivaren ihre Entscheidungen erschweren. Vielmehr ist es die gewachsene Sensibilität für rechtliche Fragen – das Bewusstsein, dass der Umgang mit Archivgut die Beachtung einer Vielzahl von Rechten erfordert, die außerhalb der Archivgesetze verbrieft sind.

Archivarinnen und Archivare müssen beide Seiten im Blick haben, was nicht selten eine große Herausforderung darstellt und bisweilen einen Spagat erfordert zwischen den Rechten und Interessen der Betroffenen, deren Daten und geistiges Eigentum ihnen anvertraut sind, und dem Informationsinteresse der Öffentlichkeit. Vor diesem Hintergrund kommt das Thema des 51. Rheinischen Archivtags einem aktuellen, in Archiven und anderen Gedächtniseinrichtungen deutlich spürbaren Bedürfnis nach gesicherter Information und Orientierung auf dem unübersichtlich wirkenden Feld der sie betreffenden, sich laufend verändernden rechtlichen Vorgaben entgegen.

Die 144 Seiten umfassende, mit 37 Abbildungen illustrierte Publikation präsentiert neben zwei Grußworten insgesamt elf Vorträge und vier Moderationen der beiden Tage sowie einen ausführlichen Tagungsbericht. Die Gliederung des Bandes folgt dem Tagungsprogramm, das nach einem Einführungsvortrag des ehemaligen nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers unter dem Titel „Kontrafaktisch – postfaktisch – postarchivisch“, der die Funktion der Archive als kollektives, stabilisierendes Gedächtnis der (Wissens)Gesellschaft betont, in vier Sektionen eingeteilt war.

Die erste Sektion widmet sich zunächst der Rolle der Archive als Instrumente der Rechtssicherung, während die zweite Sektion die Rechtssicherung durch Überlieferungbildung in den Blick nimmt. Nachdem die dritte Sektion sich mit Vorgaben und Normen im Bereich der analogen und elektronischen Bestandserhaltung befasst, betrachtet die vierte Sektion schließlich die rechtlichen Vorgaben, welche die Nutzung von Archivgut ermöglichen, aber auch einschränken können.

Der Tagungsband ist zum Preis von 17,90 Euro beim Habelt-Verlag (Dr. Rudolf Habelt GmbH, Am Buchenhang 1, 53115 Bonn, Tel.: 0228/923830, E-Mail: info@habelt.de) erhältlich.

Archive im Rechtsstaat. Zwischen Rechtssicherung und Verrechtlichung. 51. Rheinischer Archivtag. 6.–7. Juli 2017 in Essen. Beiträge. Hrsg.: LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum. Bonn 2018 (Archivhefte 49), 144 S., zahlr. Abb., 21 cm, Kt.

ISBN 978-3-7749-4146-5

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