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Archive
im Rheinland

Notfallboxen

Notfallboxen ermöglichen Archiven in Notfällen schnelle Hilfe, da sie das für die Bergung notwendige Material griffbereit halten. Sie sind für die Erstversorgung gedacht und eignen sich v. a. für kleinere Wasserschäden, wie sie etwa durch Rohrbrüche o. ä. verursacht werden; bei größeren Katastrophen helfen sie, zumindest die ersten Stunden zu überbrücken. Mit den darin enthaltenen Materialien kann durchnässtes Archivgut optimal für die rasch notwendige Gefriertrocknung vorbereitet werden, die unbedingt erfolgen muss, wenn man mikrobiellen Befall und damit weiteren Schaden verhindern will.

Allerdings ist bereits bei der Zusammenstellung der Boxen der jeweilige Verwendungszweck zu bedenken. Die häufigsten Schäden an Archivgut werden durch Wasser verursacht, und auch ein Brandschaden zieht durch das Löschwasser stets einen Wasserschaden nach sich.


Verteilung von Notfallboxen an rheinische Kommunalarchive

Um die nichtstaatlichen Archive und Kultureinrichtungen im Rheinland systematisch auf den Notfall vorzubereiten sowie auch die Öffentlichkeit für das Thema Notfallprävention zu sensibilisieren, hat das LVR-AFZ in den Jahren 2011 bis 2013 Notfallboxensets auf der Basis eines Leihvertrags an ausgewählte rheinische Kommunalarchive ausgegeben.

In den ersten beiden Jahren konnten die Boxensets mit finanzieller Unterstützung der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts an der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz (KEK) – beschafft werden. Das Konzept sieht vor, dass die dem LVR angegliederten Mitgliedskörperschaften (13 kreisfreie Städte, 12 Kreise und eine Städteregion) ein Set erhalten, das den Archiven und Kultureinrichtungen in der jeweiligen Stadt bzw. Region im Notfall auf Abruf zur Verfügung steht und vor Ort die schnelle Erstversorgung von geschädigtem Kulturgut sichert. Darüber hinaus sollen die Notfallboxensets Anreiz zur Gründung von Notfallverbünden in den verschiedenen Regionen des Rheinlands geben.

Inzwischen ist das Projekt abgeschlossen und 24 Boxensets sind an ausgewählte rheinische Kommunalarchive (Groß- und Mittelstädte sowie Landkreise) verteilt worden. Dabei haben die Stadtarchive Aachen, Bergisch-Gladbach, Bonn, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Kleve, Krefeld, Leverkusen, Mönchengladbach, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen, Remscheid, Solingen, Wesel und Wuppertal sowie die Kreisarchive in Bergheim, Dormagen-Zons, Euskirchen, Gummersbach, Heinsberg, Kempen, Mettmann und Siegburg jeweils ein Notfallboxenset bekommen.

Der erste Notfallverbund im Rheinland wurde Ende Oktober 2013 zwischen den Städten Leverkusen, Langenfeld, Leichlingen und Monheim am Rhein gegründet.


Inhalt der Notfallboxen

Der Inhalt des LVR-Notfallboxensets ist vorrangig auf die Bergung und Versorgung von wassergeschädigtem Archiv- und Bibliotheksgut ausgerichtet. Damit sind die Boxen für die in Kommunalarchiven gängige Überlieferung auf Papier und Pergament, v. a. Urkunden, Akten und Amtsbücher, geeignet.

Das Set ist für zwei Personen ausgelegt. Es besteht aus insgesamt vier stapelbaren Ein-zelboxen aus Kunststoff in zwei verschiedenen Höhen. Das Set enthält grundsätzlich zwei Komponenten: die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) sowie diverse Materialien zur Bergung, Reinigung, Dokumentation und Verpackung von wassergeschädigtem Archiv- und Bibliotheksgut. Eine vollständige Inhaltsliste des großen LVR-Notfallboxensets finden Sie hier. Darüber hinaus haben unsere Restauratorinnen und Restauratoren eine Liste für eine „kleine“ Notfallbox zusammengestellt, die das für die Bergung von wassergeschädigtem Archivgut unbedingt erforderliche Material enthält.