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Archive
im Rheinland

Köln-Hilfe

Unterstützung für das Historische Archiv der Stadt Köln

Seit dem Einsturz im März 2009 engagiert sich der LVR für das Historische Archiv der Stadt Köln. Direkt nach dem Unglück wurde mit zahlreichen Fachkräften vor Ort Erste Hilfe geleistet. Das Archiv des LVR in Pulheim-Brauweiler fungiert seitdem als sogenanntes "Asylarchiv"; für etwa 500 laufende Meter Kölner Archivalien wird hier Magazinfläche zur Verfügung gestellt. Insgesamt gibt es deutschlandweit 20 solcher Asylarchive.
Durchnässte Archivalien werden im LVR-Landesmuseum in Bonn vakuumgefriergetrocknet.
Des Weiteren arbeiten seit September 2009 eine Restauratorin sowie eine Archivarin in verschiedenen Asylarchiven. Sie erfassen dort das geborgene Archivgut mit einer eigens dafür entwickelten Bergungssoftware und ordnen es in definierte Schadenskategorien ein. Wichtig hierfür ist eine möglichst genaue Identifizierung der zum Teil nur noch in Fragmenten vorhandenen Archivalien, damit in einem weiteren Schritt die Zusammenführung der Fragmente vorgenommen werden kann. Die Analyse der Schäden bildet die Basis für die notwendigen Restaurierungsmaßnahmen.

Köln-Fragmente

Seit Oktober 2011 steht der LVR dem Historischen Archiv der Stadt Köln in einem neuen Projekt mit einer weiteren Restauratorin unterstützend zur Seite. Im LVR-Archivberatungs-und Fortbildungszentrum (LVR-AFZ) werden die sogenannten "Köln-Fragmente" bearbeitet. Dabei handelt sich um mehrere Millionen stark geschädigter und nur noch fragmentarisch erhaltener Papiere aus allen im Archiv überlieferten Epochen. Aufgrund der Beschädigungen ist der vollständige Informationsgehalt der einzelnen Dokumente nicht mehr gewährleistet und die Zuordnung zu einem Bestand äußerst schwierig.

Ziel des Projektes ist es, einen Workflow zur Behandlung unterschiedlicher, fragiler Papiere zu entwickeln und die Fragmente für die Digitalisierung im Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik in Berlin vorzubereiten. Die Arbeitsschritte bestehen aus der Dokumentation, der Trockenreinigung, der Flexibilisierung durch Befeuchten, dem anschließenden Glätten sowie dem Pressen und Trocknen der Fragmente. Eine computerunterstützte Rekonstruktion kann dann anhand von prägnanten Merkmalen, wie Risskanten, Papierfarben, Text- und Linienverläufen, erfolgen. Die Fragmente können im Idealfall wie Teile eines Puzzles zusammengefügt und wieder einzelnen Archivalien bzw. Archivbeständen zugeordnet werden.


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