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Archive
im Rheinland

Laufbahnen der Archivausbildung

Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste (FaMI)

Die Ausbildung zum Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste (FaMI) - Fachrichtung Archiv (mittlerer Dienst) erfolgt im dualen System und dauert regulär drei Jahre. Sie wendet sich insbesondere an Schülerinnen und Schüler mit mittlerem Bildungsabschluss.
In NRW bildet die Bezirksregierung Köln die für die FaMI-Ausbildung zuständige Stelle nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG). Da die Anzahl der Auszubildenden insgesamt gering ist, findet der Berufsschulunterricht in den einzelnen Bundesländern an wenigen zentralen Stellen statt. Für NRW sind hier insgesamt vier Standorte zu nennen, im Rheinland das Joseph-DuMont-Berufskolleg (JDBK) in Köln,das Berufskolleg Bachstraße (BKB) mit Wirtschaftsgymnasium in Düsseldorf und das Robert-Schmidt-Berufskolleg in Essen, in Westfalen das Karl-Schiller-Berufskolleg in Dortmund.

Nach abgeschlossener Ausbildung haben FaMIs seit 2012 die Möglichkeit zur berufsbegleitenden Aufstiegsfortbildung zum Geprüften Fachwirt für Informationsdienste. In NRW wird diese vom Zentrum für Bibliotheks- und Informationswissenschaftliche Weiterbildung (ZBIW) der Fachhochschule Köln organisiert und durchgeführt.


Gehobener und Höherer Dienst

Während für die Zulassung zur Ausbildung des gehobenen Archivdienstes Fachoberschulreife oder Abitur gefordert werden, bildet ein abgeschlossenes Hochschulstudium (mindestens 1. Staatsexamen, Magister Artium oder Master) die Eingangsvoraussetzung für die Ausbildung des höheren Dienstes. Die Ausbildung des gehobenen Dienstes dauert drei, die des höheren Dienstes zwei Jahre.

Für diese beiden Laufbahnen gibt es derzeit in Deutschland zwei Möglichkeiten der Ausbildung, zum einen das "freie" Studium der Archivwissenschaften (Bachelor oder Master) an der Fachhochschule (FH) Potsdam, zum anderen die verwaltungsinterne Archivausbildung, deren praktischer Teil von den Ausbildungsarchiven des Bundes und der Länder durchgeführt wird, während der theoretische Teil zentral an der Archivschule Marburg – Hochschule für Archivwissenschaften absolviert wird. Lediglich der Freistaat Bayern unterhält mit der Bayerischen Archivschule eine eigene Ausbildungsstätte.

Im Land Nordrhein-Westfalen sind seit der Novellierung der Ausbildungsverordnung für den gehobenen Archivdienst am 24. März 2016 neben dem Landesarchiv NRW auch die Archivberatungsstellen der beiden Landschaftsverbände zur Ausbildung von Landesarchivinspektoranwärter/innen berechtigt. Die Ausbildung erfolgt in Kooperation zwischen den drei Ausbildungsarchiven und wird künftig im zweijährigen Turnus angeboten. Die Landschaftsverbände bieten dabei auch die Möglichkeit der Auftragsausbildung für Kommunen. Zum 1. September 2016 haben in NRW insgesamt zehn Anwärter/innen ihre Ausbildung begonnen, davon zwei beim LVR-AFZ. Über Einstellungsvoraussetzungen, Verlauf und Inhalte der Ausbildung des gehobenen Archivdienstes informiert die Ausbildungsverordnung.