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Archivpädagogik News

News vom 21. November 2017

"Diagnose Jude. Jüdische Psychiatriepatienten zwischen NS-Euthanasie und Holocaust"

LVR-AFZ veröffentlicht dritten Band der Schülerarbeitshefte zur rheinischen Geschichte

Mit einem dritten Medienpaket setzt der LVR die Aufarbeitung des Themas "Geschichte der NS-Euthanasie im Rheinland" zur Vermittlung an Schülerinnen und Schüler fort. In Zusammenarbeit mit dem LVR-Zentrum für Medien und Bildung in Düsseldorf erarbeitet das Archiv des Landschaftsverbandes Rheinland seit 2012 die Geschichte der "NS-Euthanasie" im Rheinland. Ziel ist es, Jugendliche mit dem Thema bekannt zu machen und mit Hintergrundwissen zu versorgen. Insgesamt fielen etwa 200.000 psychisch wie körperlich kranke und behinderte Menschen den nationalsozialistischen "Euthanasie"-Maßnahmen zum Opfer, darunter etwa 10.000 Betroffene aus dem Rheinland.

Im Mittelpunkt der neuen Publikation stehen jüdische Psychiatriepatientinnen und -patienten. Über ihr Schicksal in den rheinischen Heil- und Pflegeanstalten ist bislang nur wenig bekannt. Sie waren in doppelter Hinsicht der staatlich betriebenen Verfolgung ausgesetzt: als Angehörige der von den Nationalsozialisten verfolgten jüdischen Minderheit und als Psychiatriepatienten, die als "Ballast" für die "Volksgemeinschaft" und als "nicht-lebenswerte" Existenzen galten.

Das Projekt wird von einem Beirat aus Historikern und Pädagogen begleitet, um die gestellten Themen wissenschaftlich und pädagogisch auf dem neuesten Stand zu entwickeln. In fünf Kapiteln wird das Schicksal der jüdischen Psychiatriepatientinnen und -patienten behandelt. Dabei werden sowohl die Abfolge der "Sonderaktionen", die Konzentration der jüdischen Patientinnen und Patienten in einer zentralen Anstalt in Bendorf-Sayn, sowie die zunehmende Erschwerung der Behandlungsmöglichkeiten bis hin zur Deportation der Menschen dargestellt.

Wie schon bei den beiden vorangegangenen Publikationen besteht das nun vorliegende Medienpaket aus einer DVD mit einem Einführungsfilm (25 min.), einem Schülerarbeitsheft (print) und einer CD mit Dokumenten, Textauszügen, Fotos und Karten als zusätzliches Arbeitsmaterial für den Einsatz im Unterricht und in Schulprojekten. Die umfangreiche Materialsammlung eignet sich zur Einbindung in den Geschichtsunterricht ebenso wie für andere Fachgebiete, z. B. Gesellschaftskunde, Pädagogik, Ethik, Philosophie, Kunst und Literatur.

Das Medienpaket kann angefordert werden beim:

LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum
Archiv des LVR
Ehrenfriedstr. 19
50259 Pulheim

Tel 02234 9854-356
Mail archiv@lvr.de

Kostenlose Exemplare des Medienpaketes stehen interessierten Schulen und Fachlehrerinnen und -lehrern zur Verfügung. Für zur privaten Nutzung angeforderte Exemplare fallen 10 € Schutzgebühr pro Medienpaket an.

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News vom 13. September 2017

Am Freitag, den 8. September 2017, durfte das Archiv des LVR Vertreter des Landesverbandes nordrhein-westfälischer Geschichtslehrer e.V. mit ihrem Vorsitzenden Herrn Dr. Peter Johannes Droste in seinem Lesesaal begrüßen.
Neben einer Führung durch das moderne Archivgebäude und einer Präsentation der Archivbestände lag der Schwerpunkt des Treffens selbstverständlich auf dem Thema Zusammenarbeit von Schulen und Archiven. Frau Dr. Riccarda Henkel (ALVR) stellte hierzu das archivpädagogische Angebot des ALVR sowie bereits erfolgreich durchgeführte Projekte vor, die in Kooperation mit den Bildungspartnern entstanden. Doch richtet sich das archivpädagogische Angebot nicht nur an die Schulen in der näheren Umgebung, sondern lädt alle interessierten Schulklassen zu einem Besuch des Archivs ein.
Darüber hinaus wurden die vom LVR-AFZ herausgegebenen Schülerarbeitshefte vorgestellt, die seit 2012 im Rahmen des LVR-Projekts zur Aufarbeitung der Geschichte der „NS-Euthanasie“ im Rheinland für Schülerinnen und Schüler entstanden. Hierzu erschienen bislang zwei Schülerarbeitshefte inklusive Medienpaket mit den Titeln „Transport in den Tod“ und „Kinder müssen schlafen nachts“ zur „Kinderfachabteilung“ Waldniel. In Kürze wird das dritte Schülerarbeitsheft „Diagnose: Jude“ veröffentlicht, das sich mit dem Schicksal jüdischer Psychiatriepatientinnen und -patienten zwischen „NS-Euthanasie“ und Holocaust beschäftigt. Die Schülerarbeitshefte stießen bei den Vertretern des Landesverbandes nordrhein-westfälischer Geschichtslehrer e.V. auf besonderes Interesse, da sie nicht nur ein wichtiges Thema der Beschäftigung mit deutscher Geschichte behandeln, sondern auch einen regionalen Bezug zum Rheinland herstellen.
Für eine weitere Zusammenarbeit ist eine Informationsveranstaltung für Lehrerinnen und Lehrer im kommenden Jahr geplant, wo Brauweiler mit dem Archiv des LVR und der Gedenkstätte als außerschulische Lernorte vorgestellt werden.

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News vom 29. Juni 2017

Schulprojekt „1917“

Schülerinnen und Schüler des Abtei-Gymnasiums Brauweiler forschen im Archiv des LVR.
Für die Grundkurse Geschichte der Qualifikationsphase 1 dreht sich zum Ende des Schuljahres 2017 alles um das Jahr 1917. Das sogenannte „Epochenjahr“ ist Thema einer Ausstellung, in der unterschiedliche Aspekte des Kriegsjahres beleuchtet und künstlerisch verarbeitet werden.
Daher forschten im Rahmen der Bildungspartnerschaft zwischen dem Abtei-Gymnasium Brauweiler und dem Archiv des LVR am 29. Juni Schülerinnen und Schüler im Archiv-Lesesaal an Originaldokumenten aus dem Jahr 1917. Sie beschäftigten sich mit Themen wie Waffenproduktion, medizinische Folgen des Ersten Weltkrieges, aber auch mit dem Alltag der Menschen in der damaligen Zeit. Die Archivalien aus den Beständen des Archivs des LVR in Pulheim-Brauweiler (ALVR) dienten dabei nicht nur als historische Quelle, sondern auch als Inspiration für die künstlerische Umsetzung der Ausstellung.
Von den Schülerinnen und Schülern ausgewählte Dokumente des ALVR werden als Reproduktionen ebenfalls in der Ausstellung zu sehen sein. Diese wird in der Schulkulturwoche im Lichthof des A-Turms im Abtei-Gymnasium Brauweiler bis zum Ende des Schuljahres präsentiert. Die offizielle Eröffnung findet im Rahmen des Präsentationstages am Samstag, dem 8. Juli 2017, um 10:30 Uhr statt.
Weitere Informationen auf der Website des Abteigymnasiums Brauweiler:

https://www.abteigymnasium.de/