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Die gleichnamige Fachtagung im September 2007 im LVR-Kulturzentrum Abtei Brauweiler bei Köln bildete den Auftakt für ein internationales Kooperationsprojekt zur Adelsforschung im deutsch-französischen Kontext zwischen dem Deutschen Historischen Institut Paris (DHI Paris) und dem Landschaftsverband Rheinland (LVR).
Im Zentrum standen die Fragen nach Kontinuität und Veränderung für den rheinischen Adel in der so genannten „Sattelzeit" zwischen 1750 und 1850, einer Phase des tiefgreifenden Umbruchs am Übergang von der ständischen zur bürgerlichen Gesellschaft. Wie hatte der rheinische Adel die französische Revolution erfahren, den Verlust seiner Privilegien bewältigt und sich den unterschiedlichen Herrschaftsverhältnissen in der „Französischen Zeit", unter Napoleon und später unter Preußen angepasst? Tagungsbericht
Die reichen Quellenbestände in den privaten rheinischen Adelsarchiven bilden seither die Grundlage der archivfachlichen und wissenschaftlichen Arbeit.
1. Erschließung und Verzeichnung relevanter Archivbestände
Zur Schaffung der notwendigen Voraussetzungen für die Adelsforschung wurden aus den benutzbaren Adelsarchiven im Rheinland besonders relevante Bestände verzeichnet, die Findbücher können im Archivberatungszentrum Brauweiler eingesehen werden:
- Bestand Fürst Joseph Salm-Reifferscheidt-Dyck (1773–1861)
- Bestand Schloss Wissen am Niederrhein zur napoleonischen
und preußischen Zeit
- Bestand Familienkorrespondenz der Herren von Groote
(1809–1818)
Parallel zum deutschen ist ein französischer Projektstandort in Paris im Aufbau begriffen, von wo aus schwerpunktmäßig wichtige französische Quellen untersucht werden, insbesondere die Korrespondenz der zweiten Ehefrau von Fürst Joseph Salm-Reifferscheidt-Dyck, Constance de Salm, geborene Théis (1767–1845).
2. Entwicklung und Vernetzung der Adelsforschung im deutsch-französischen Kontext
Seit 2007 sind eine Reihe wissenschaftlicher Arbeiten entstanden, die teilweise zu Dissertationen ausgebaut werden. Darüber hinaus dienten Studientage in Paris und in Brauweiler der Vernetzung deutscher und französischer Adelsforscher. Seither haben die Forschungsarbeiten bereits eine Reihe wichtiger Befunde ergeben, insbesondere zu Verhaltensweisen und Karrierewegen des rheinischen Adels während und nach der französischen Herrschaft und seiner Wahrnehmung des napoleonischen Frankreich.
3. Vermittlung von Forschungsergebnissen an die historisch interessierte Öffentlichkeit – Projektförderung durch die Sozial- und Kulturstiftung des LVR
Von August 2008 bis Mai 2010 förderte die SK-Stiftung des LVR die breitere Vermittlung zum Thema Adelsforschung im Rheinland. Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit erfolgte die Vernetzung des Projektes mit rheinischen Geschichtsvereinen Historikern und Archivaren. Im Jahr 2009 wurden die Tagung „Adelsgeschichte. Ein Thema für Geschichtsvereine im Rheinland." und die Arbeitskreissitzung zum adligen Unternehmertum im Rheinland zur Förderung des Austausches mit der regionalen Forschung organisiert. Darüber hinaus haben Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeiter zahlreiche Beiträge zu Forschungsergebnissen in rheinischen Schriftenreihen für historisch Interessierte veröffentlicht und eine Reihe von Vorträgen gehalten. Im Sinne einer kontinuierlichen Vermittlung des Themas wurde die Zusammenarbeit mit dem Internetportal des LVR zur Rheinischen Geschichte geplant.
Auf Grundlage der bisher erhobenen Befunde und Ergebnisse liegt der künftige Schwerpunkt der Zusammenarbeit zwischen Adelsarchiven und Forschung auf den in Umbruchzeiten erfolgreichen rheinischen Adligen und ihrem Verhältnis zu Napoleon. Vor diesem Hintergrund entsteht derzeit die nächste Publikation des Projekts, ein Quellenlesebuch aus den rheinischen Adelsarchiven zur napoleonischen Zeit.
Zeitenblicke 9/2010 Nr. 1: Adel in der Sattelzeit. Die Rhein-Maas-Region und Westfalen. Herausgegeben von Gudrun Gersmann, Michael Kaiser, Hans-Werner Langbrandtner
online unter: Zeitenblicke
„Adlige Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen der Frühen Neuzeit.",
hrsg. von Gudrun Gersmann und Hans-Werner Langbrandtner unter Mitarbeit von
Monika Gussone, Böhlau-Verlag, Köln 2009
Buchbeschreibung, Inhaltsverzeichnis, ISBN 978-3-412-20251-4.
Fachdidaktische Beiträge in rheinischen Schriftenreihen zu Projekt und Adelsforschung im Rheinland
Übersicht (PDF, 90 KB)
Thematisch vertiefende Beiträge zur rheinischen Adelsgeschichte in unterschiedlichen lokalen Kontexten
Vorschau 2010/2011 (PDF, 8 KB)
Vortragsreihe 2009/2010 in Kooperation mit rheinischen Geschichtsvereinen
Übersicht (PDF, 70 KB)
Wissenschaftliche Fachtagungen, Studientage und Veranstaltungen mit Geschichtsvereinen
Arbeitskreissitzung mit Geschichtsvereinen „Adliges Unternehmertum – Eine Spurensuche im Rheinland von der Frühen Neuzeit bis in die Moderne." am 24.10.2009 im LVR-Kulturzentrum Abtei Brauweiler Bericht (PDF, 23 KB)Internationale Fachtagung „Adel als Unternehmer im europäischen Vergleich" am 1./2.10.2009 in Schloss Ehreshoven/Engelskirchen Bericht (PDF, 54 KB)
2. Studientag am 8./9.6. 2009 im LVR-Kulturzentrum Abtei Brauweiler Bericht (PDF, 29 KB)
Tagung für Geschichtsvereine „Adelsgeschichte - Ein Thema für Geschichtsvereine im Rheinland?" am 23.4.2009 im LVR-Kulturzentrum Abtei Brauweiler Bericht (PDF, 33 KB)1. Studientag am 4./5. 4. 2008 im DHI Paris Bericht (PDF, 59 KB)
Internationale Fachtagung „Aufbruch in die Moderne. Der rheinische Adel in westeuropäischer Perspektive zwischen 1750 und 1850.", 13. bis 15. 9. 2007 im LVR-Kulturzentrum Abtei Brauweiler Bericht (PDF, 72 KB)
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Gudrun Gersmann, Direktorin des Deutschen Historischen Instituts Paris
Archivfachliche Koordination: Dr. Hans-Werner Langbrandtner, LVR – Archivberatung und Fortbildungszentrum,
Kontakt: hans-werner.langbrandtner@lvr.de
Projektkoordination, Öffentlichkeitsarbeit am Standort Brauweiler: Christine Schmitt, M.A. (bis 31.05.2010)
Projektkoordination, Öffentlichkeitsarbeit am Standort DHI Paris: Dr. Christiane Coester,
Kontakt: ccoester@dhi-paris.fr
Sachinventar zu den Quellen der französischen Zeit im Rheinland: Monika Gussone, M.A., wiss. Archivarin und Historikerin (bis 30.06.2010)
Auswertung von Teilbeständen, Literaturdokumentation: Ulrike Schmitz, wiss. Hilfskraft
Verzeichnung von Teilbeständen: Katharina-Johanna Bents, Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste – Fachbereich Archiv (FAMI) (bis 31.03.2010)